Nadelbinden – was bitte?

Nadelgebundenes im Oslo-Stich

Was ist Nadelbinden?

Beim Nadelbinden wird ein endlicher Faden mit einer Nadel in Schlingen gelegt und durch einen Verbindungsstich miteinander verbunden, wobei der gesamte Fadenvorrat durch die Schlinge gezogen wird.

Geschichte und Herkunft

Nadelbinden ist eine sehr alte Erfindung des Menschen, das belegen Funde aus der jüngeren Steinzeit. Berühmt sind vor allem bronzezeitliche skandinavische Funde. Auch gibt es in Skandinavien eine ungebrochene Nadelbinde-Tradition, weswegen sich die skandinavische Bezeichnung Nålbinding heute weitestgehend durchgesetzt hat. Bei uns in Deutschland war die Technik ausgestorben, da sie ab dem 13. Jahrhundert durch das aus der arabischen Welt eingeführte Stricken langsam verdrängt wurde. Eine Wiederentdeckung und -belebung des Nadelbindens erfolgte bei uns erst in jüngster Zeit vor allem durch den großen Zulauf zur living-history- und re-enactment-Szene.

Was braucht man?

Nadelbindenadeln
Nadelbindenadeln

Man benötigt nur eine Nadelbinde-Nadel und ein Garn aus echter Wolle, das sich filzen lässt. Die Nadelbinde-Nadel ist deutlich größer als eine normale Nähnadel. Sie ist ca. 10 cm lang, bis zu 0,5 cm breit und dabei relativ flach. Sie hat ein großes Öhr, damit man die dicke Wolle hindurch bekommt und vor allem hat sie eine stumpfe Spitze, so dass man damit nicht das Garn durchsticht, sondern die Nadel immer durch die Schlingen schlüpft. Traditionell werden Holz-, Horn- oder Knochennadeln benutzt.

 

2 Gedanken zu „Nadelbinden – was bitte?

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