Nadelgebundene Armstulpen

Fertige nadelgebundene ArmstulpenIn einem älteren Post hab ich Euch schon mal ein Bild meiner nadelgebundenen Armstulpen gezeigt. Heute will ich Euch nun hier beschreiben, wie Ihr selbst nadelgebundene Armstulpen machen könnt.

Die nadelgebundene Armstulpen sind – wie der Name schon sagt – in der Technik des Nadelbindens hergestellt. Das ist eine alte Technik zur Herstellung von textilen Flächen, beim der Einzelfäden in Schlingen gelegt und diese mit einer Nadel und einem Verbindungsstich verbunden werden. Die ältesten Funde stammen aus der Jung-Steinzeit, bekannt sind vor allem bronzezeitliche skandinavische Funde. Die Stiche sind meist nach diesen skandinavischen Fundorten benannt, wie auch der hier gezeigte Oslo-Stich.

Was braucht man?Materialien für nadelgebundene Armstulpen

  • Nadelbinde-Nadel: lange, flache Nadel (ca. 10 cm lang, 0,5 cm breit) mit stumpfer Spitze und großem Öhr, traditionell aus Holz, Horn oder Knochen. Eine große Stopfnadel tut’s für den Anfang auch
  • 100 g Wollgarn aufgeteilt in zwei Knäuel à 50 g. Am besten nehmt Ihr ein dickes Dochtgarn, z. B. mein naturgefärbtes Dochtgarn

Die Armstulpe

Diese Anleitung beschreibt die so genannte Daumenfang-Methode, bei der das Garn in Schlingen um den Daumen gewickelt wird.

Der Anfang

Der Anfang der nadelgebundenen Armstulpen Eine Anfangsschlinge in Form einer Brezel bilden.
Den Daumen in die Mitte der Schlinge stecken. Das kurze Fadenende zeigt nach hinten, das lange Fadenende mit der Nadel führt links am Daumen vorbei. Die Schlaufe wird auf den Daumen gesteckt
Es wird eine zweite Schlaufe unter die erste Schlaufe des Daumens gewickelt Das lange Fadenende nochmal um den Daumen wickeln, die neue Schlinge liegt unterhalb der ersten.
Mit der Nadel von vorne in die oberste Schlinge einstechen und diese vom Daumen abheben. Die Nadel wird in die oberste Schlaufe des Daumens gestochen
Es wird in die zweite Schlaufe eingestochen Die Nadel von hinten in die untere Schlinge einstechen und unter dem Arbeitsfaden durchziehen und festziehen, dass unter der Daumenschlinge wieder eine neue Schlinge entsteht.

Vorgang von Bild 4 bis Bild 5 33 x wiederholen, bis 34 Schlingen genadelt sind.

Die Schlingenkette vom Daumen nehmen und langziehen, dass sich das Schlingengefüge gleichmäßig verteilt. Die Schlingenkette wird in Form gezogen

Die Schlingenkette wieder auf den Daumen setzten. Hierzu die letzten beiden Schlingen so aufnehmen, dass die neuste Schlinge die unterste bildet und den Arbeitsfaden wieder links neben dem Daumen legen, siehe Bild 3.

Die Spirale

Die Schlingenkette zu einer Spirale schließen. Darauf achten, dass diese sich nicht verdreht.

Die erste Runde der nadelgebundenen Armstulpen entsteht Zum Schließen in die erste oben liegende Schlinge der Vorreihe einstechen.

Dann, wie bei der Schlingenkette vorher, von vorne in die obere Daumenschlinge einstechen, von hinten in die untere Daumenschlinge und die Nadel unter dem Arbeitsfaden links am Daumen vorbei durchziehen – siehe Bild 4 bis 5. Diesen Vorgang – Bild 7 und Bild 4 bis 5 – fortlaufend wiederholen, bis die gewünschte Länge des Armstulpen erreicht oder 50 g Garn verbraucht ist.

Fäden verbinden

Ist der Arbeitsfaden zu Ende, muss ein neuer Faden angefilzt werden. Hierzu das Fadenende des Arbeitsfadens und ein Fadenende des neuen Fadens ca. 3 bis 5 cm aufspleißen und ineinanderschieben. Diese Stelle anfeuchten und zwischen den Händen miteinander verfilzen.

Fertigstellen

Die letzten Schlingen zusammenziehen, Arbeitsfaden und Anfangsfaden jeweils nach innen ziehen und vernähen. Die zweite Armstulpe ebenso arbeiten.Fertige nadelgebundene Armstulpen

Viel Spaß beim Nacharbeiten wünscht

Barbara von Kunschtwerk

 

Kunschtwerks nadelgebundene Armstulpen im Lavendelo

Barbaras nadelgebundene Armstulpen im Lavendelo

Bei den momentanen Temperaturen kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass ich demnächst nadelgebundene Armstulpen brauche, aber ich glaube, das täuscht. Schließlich haben wir schon Mitte Oktober und der Winter kommt bestimmt. Also besser vorsorgen und schon mal die dicke Wolle und die Nadelbinde-Nadel hervorgeholt. Und wenn Ihr schon immer mal wissen wolltet, wie Nadelbinden geht, dann schaut doch mal in das aktuelle Herbstheft der Zeitschrift „Das Lavendelo“. Dort findet Ihr meine Anleitung zu einfachen nadelgebundenen Armstulpen.

Viele von Euch kennen es sicher schon: „Das Lavendelo“ – Die Zeitschrift für kreative Geister und naturverbundene Seelen. Ich lese die Zeitschrift schon seit einigen Ausgaben und finde sie sehr inspirierend. Die Autoren und Autorinnen des Lavendelos schreiben alle über Dinge und Sachen, die sie selber machen. Der Slogan der Zeitschrift ist daher auch: Natürliches. Selber. Machen. Ich verrate Euch kein Geheimnis, wenn ich sage, dass mich das natürlich sofort anspricht.

Um so mehr freue ich mich, dass ich in der aktuellen Ausgabe 8 mit dem Oberthema „Bewahren“ mit einer Anleitung für nadelgebundene Armstulpen vertreten bin. Außerdem bin ich ganz stolz, dass mein Artikel gleich auf der Seite des Inhaltsverzeichnisses angekündigt wird:

Meine Anleitung für nadelgebundene Armstulpen auf der Seite des Inhaltsverzeichnisses im Lavendelo

Das Lavendelo erscheint vierteljährlich und richtet sich laut den beiden Herausgeberinnen Christiane Büch und Tine Sprandel an „offen und wache Menschen, die etwas mit den eigenen Händen natürlich gestalten und mehr von unserer vielfältigen Umwelt und dem fairen Wirtschaftsleben erfahren möchten“. Um unabhängig und selbstständig arbeiten zu können, haben die beiden für das Lavendelo einen Verlag gegründet.

Das Lavendelo Ausgabe 8

Also schaut mal rein in die aktuelle Ausgabe und schreibt mir, wie Euch die Zeitschrift oder meine Anleitung für die nadelgebundenen Armstulpen gefallen hat.

Ankündigung zum Thema Nadelbinden

Und wer das hier aktuell liest, dem sei noch einmal gesagt, dass ich am Samstag, den 20. Oktober 2018 von 14:30 bis 16:30 Uhr im Maschenmuseum in Albstadt-Tailfingen eine Vorführung zum Thema Nadelbinden mache. Näheres findet ihr hier.

 

Nadelbinden im Maschenmuseum

Titelbild Nadelbinden

Ich freu mich total! Ich bin am Samstag, den 20. Oktober 2018 im Maschenmuseum in Albstadt-Tailfingen zur Stricklounge von 14:30 – 16:30 Uhr eingeladen, um dort das Nadelbinden vorzuführen. Wie ihr wisst, praktiziere ich ja gerne alte Textiltechniken und das Nadelbinden zeige ich besonders gern, da es heute leider kaum noch jemand kennt. Da muss man doch Abhilfe schaffen, oder?

Flyer des Maschenmuseums für den Treff zum Nadelbinden

Das Nadelbinden habe ich hier schon mal kurz erläutert. Hier sei nur kurz nochmal gesagt, dass es eine sehr alte textile Technik ist, bei der mit Nadel und Faden Schlaufen aneinandergereiht und so textile Flächen hergestellt werden. Nadelbinden war in den unterschiedlichsten Kulturen anzutreffen, heute kennen wir hauptsächlich Funde aus Skandinavien. Das Nadelbinden gilt heute als Vorgänger des Strickens bzw. Häkelns. Dabei ähnelt die Technik mehr dem Häkeln, das Erscheinungsbild aber mehr dem Gestrickten. Zu beiden Techniken bestehen allerdings entscheidende Unterschiede.

Ich werde einen kurzen Überblick über die Geschichte und die Techniken des Nadelbindens sowie eine Einführung in die verschiedenen Stiche geben. Und wer will kann das Ganze natürlich auch gleich an Ort und Stelle ausprobieren. Bringt einfach eine dicke Filzwolle mit – am besten ein Singlegarn mit einer Lauflänge von 100 m auf 100 g. Nadelbindenadeln bringe ich einige mit. Ihr könnt aber gerne einfach auch mit einer dicken Stopfnadel mit großem Öhr loslegen.

Leute, der Winter steht vor der Tür! Kalte Ohren, kalte Füße oder Hände will niemand. Mit dicken Mützen, Socken oder Handschuhe wie die alten Wikinger seid ihr für den strengsten Winter gewappnet? Außerdem ist es auch nicht mehr lange bis Weihnachten und nadelgebundene dicke Socken hat nicht jeder unterm Christbaum! Echte Unikate!

Nadelgebundene Socken und Mütze

Neugierig geworden? Dann kommt doch vorbei! Ich freue mich auf euch!

Hier könnt ihr den Flyer ausdrucken: Flyer_Nadelbinden