Kunschtwerks Armstulpen und Holunderelfe

Jetzt wird's gemütlich!
Jetzt wird’s gemütlich!

Was haben Armstulpen von Kunschtwerk mit Holunderelfen zu tun? Gut, Armstulpen und Kunschtwerk passen zusammen, schließlich sind Stulpen oft gestrickt. Aber was hat das mit Holunderelfen zu tun oder was ist „Holunderelfe“ überhaupt?

Holunderelfe ist ein sehr schönes, informatives und relativ neues Magazin – „eine Zeitschrift mit Herz & Seele“. Geht beim nächsten Bahnhofskiosk vorbei, dort findet ihr sie. Macht es euch zuhause mit der Winterausgabe „Licht“ und einer schönen Tasse Kaffee oder Tee bequem – und los geht’s: Wo ist die Verbindung?

Im Inhaltsverzeichnis könnt ihr einen ersten Hinweis zu meiner Frage finden – ganz oben unter „Anleitungen“ steht: Nordlicht-Armstulpen Seite 8. Schaut dort nach und findet die Antwort: Die Strickanleitung zu diesen Armstulpen kommt von mir. Ich bin überglücklich und natürlich bin ich auch ein bisschen stolz!

Barbara von Kunschtwerk

Ich lebe in Süddeutschland und werde hier wohl kaum ein Nordlicht sehen, aber vielleicht ist es mir in einem Winterurlaub in Schweden mal möglich. Bis dahin labe ich mich an den Nordlicht-Farben meiner Wolle, die ich hier zu dicken, langen und mollig warmen Armstulpen verarbeitet habe. Genau das Richtige für den kommenden Winter.

Kunschtwerk in der Holunderelfe

Die Anleitung ist relativ einfach und auch für Strickanfänger/innen geeignet. Die Armstulpen hab ich aus Dochtwolle gestrickt, die ich mit Naturfarben selbst gefärbt habe.  Mit nur rechten und linken Maschen, in Reihen gestrickt, entstehen dekorative, elastische Querrippen.

Nordlicht-Armstulpen mit Kerze

Weil ich gefragt wurde und mein Shop noch nicht online ist: Die Wolle für die Armstulpen könnt ihr bei mir bekommen. Schreibt mir einfach eine E-Mail mail@kunschtwerk.de.

Nordlicht - dort oben

Und so haben die Holunderelfe und Kunschtwerk nun eine Verbindung – die Nordlicht-Armstulpen. Ich freu mich, auch weiterhin für die Holunderelfe schreiben zu dürfen und bin schon auf die nächsten Themen gespannt. Ich hoffe ihr auch. So viel kann ich schon verraten: In der nächsten Ausgabe geht es um „Kopfsachen“. Aber als aufmerksame Holunderelfen-Leser/innen wisst ihr das schon.

Ach und bevor ich’s vergesse: Außerdem wurde ich noch von der Herausgeberin Kristin interviewt und auch das könnt ihr im aktuellen Heft der Holunderelfe lesen – auf Seite 44.

Wofür schlägt Kunschtwerks Herz?

Farben mischen durch „Fraktales Spinnen“

Fertig gestricktes Tuch aus fraktal versponnenem Garn
Fertig gestricktes Tuch aus fraktal versponnenem Garn

„Fraktales Spinnen“ nennt man die Technik, mit der man in regelmäßigen Farbfolgen gestreifte Kammzüge fürs Spinnen vorbereitet, verspinnt und verzwirnt, um so die einzelnen Farben in einer bestimmten Reihenfolge in einem fertigen Strickstück (oder Häkelstück) zu erhalten.

Das Wort „fraktal“ geht auf den Mathematiker Mandelbrot zurück, der 1975 diesen Begriff prägte. Er leitete ihn von den lateinischen Begriffen „fractus“ (gebrochen) und „frangere“ (in Stücke zerbrechen) ab und bezeichnete damit geometrische Muster, die aus mehreren verkleinerten Kopien seiner selbst bestehen. Übersetzt bedeutet das, dass ein Kammzug so aufgeteilt wird, dass er aus vielen kleinen Kopien seiner selbst besteht (siehe Schema unten).

 

Ganzer Kammzug
Ganzer Kammzug

Der erste Schritt beim fraktalen Spinnen ist, sich die Farbfolge im Kammzug klar zu machen. Der Kammzug hier im Beispiel hat eine gespiegelte Farbfolge: blau – lila – grün – gelb – grün – lila – blau. Das ist sehr angenehm, da man bei einer solchen Farbfolge nicht darauf achten muss, von welchem Ende aus gesponnen wird; hat ein solcher Kammzug doch von beiden Seiten aus die gleiche Farbfolge. Bei anderen Farbfolgen sieht das allerdings anders aus. Hat man z. B. einen Kammzug mit der Farbfolge blau – lila – grün – blau – lila – grün, sollte man sich bewusst machen, von welchem Ende aus versponnen wird.

Schema Aufteilung Kammzug

Schema Aufteilung Kammzug

Aufgeteilter Kammzug

Aufgeteilter Kammzug

Der zweite Schritt ist der eigentliche fraktale Teil: der Kammzug wird der Länge nach in Streifen getrennt. Hierbei wird er zuerst in zwei gleich große Hälften geteilt. Die erste Hälfte wird zur Seite gelegt und die zweite Hälfte wird nochmals in mehrere Streifen geteilt. Im Beispiel hier sind aus der zweiten Hälfte am Ende acht gleich schmale Streifen geworden. Man sollte allerdings aufpassen, dass man die einzelnen schmalen Streifen nicht zu schmal macht, damit der einzelne gesponnene Faden (Single) nicht zu dünn wird.

 

Single 1. Hälfte mit langem Farbverlauf
Single 1. Hälfte mit langem Farbverlauf

 

Die erste Hälfte wird am Stück auf eine Spule gesponnen. Die einzelnen Farbabschnitte, die hier entstehen, sind ziemlich lang.

 

 

Single 2. Hälfte mit kurzem Farbverlauf
Single 2. Hälfte mit kurzem Farbverlauf

Die acht schmalen Streifen werden in der gleichen Farbfolge nacheinander auf eine zweite Spule gesponnen. Die Farbabschnitte, die hier entstehen, sind relativ kurz. Der Single besteht somit aus vielen kleinen Kopien des Farbverlaufs des ursprünglichen Kammzugs.

 

 

Zum Abschluss werden die beiden Singles zu einem zweifädigen Garn gezwirnt. Das so entstandene Garn wechselt regelmäßig zwischen gemischten und gleichen Farbbereichen.

Zusammensetzung eines fraktal gesponnenen Garns
Zusammensetzung eines fraktal gesponnenen Garns

Wie aus der Skizze zu sehen ist, trifft das Gelb des Singles aus der ersten Hälfte des Kammzugs auf das Gelb aus dem Single aus der 2. Hälfte des Kammzugs und ergibt somit einen komplett gelben Farbbereich. Das Grün aus dem Single der ersten Hälfte des Kammzugs trifft auf das Grün aus der zweiten Hälfte des Kammzugs usw.

Fertiges Garn
Fertiges Garn

 

Im fertigen Garn kann man gut erkennen, wie sich die einfarbigen mit den gemischten Stellen im Garn abwechseln.

 

Detailausschnitt des fertigen Tuchs
Detailausschnitt des fertigen Tuchs

 

Besser sieht man die Farbstreifen allerdings, wenn dieses Garn verstrickt ist.  Hier erkennt man die so entstehenden Streifen und Farbverläufe sehr viel deutlicher.

 

 

Hier im Beispiel wurde 2-fach verzwirnt. Natürlich kann die Technik auch bei Mehrfach-Zwirnen angewandt werden. Bei einem 3-fach-Zwirn wird der Kammzug in drei gleich Teile geteilt. Anschließend wird wieder der erste Strang auf die Seite gelegt, der zweite in drei Hälften und der dritte in mehrere, z.B. sechs schmale Streifen geteilt. Die Technik ist eine spaßige Art regelmäßig gefärbte Kammzüge zu verarbeiten.

Nachmachen dringend empfohlen!

Da ich nun schon öfter nach einer Anleitung für dieses Tuch gefragt wurde, verlinke ich hier zu der freien Anleitung auf Ravelry (allerdings auf englisch): Cadence Shawlette. Wenn ihr nicht mit englischen Strickanleitungen vertraut seid, dann gibt’s hier die deutsche Übersetzung dazu: Kadenz kleines Schultertuch

Kuscheljacke aus pflanzengefärbter Wolle

Kuscheljacke_webHier möchte ich euch meine Kuscheljacke aus von mir pflanzengefärbter Wolle vorstellen. Meine Strick-Anleitung dazu wurde im Lavendelschaf Heft 50 veröffentlicht.

Die pflanzengefärbte Wolle ist super kuschelig und die Jacke ein Traum.
Gerade jetzt, wenn es morgens noch recht frisch ist, dann kuschel ich mich gerne darin ein. Ich liebe die Textur von kraus rechts gestrickten Sachen und so ist auch diese Jacke ganz einfach in kraus rechts gestrickt und super flauschig.

Außerdem sind alle Einzelteile der Kuscheljacke rechteckig, so erübrig sich auch das Auf- und Abnehmen und das Stricken geht ganz nebenbei auf dem Sofa. Genau das Richtige für die kommenden Herbstabende.

Für die Jacke im Bild habe ich 900g Dochtwolle mit Krapp Rot gefärbt

Krapp

 

 

 

 

und 200g mit Gallapfel Grau.

Gallapfel

 

 

 

 

Das fertig gefärbte Garn habe ich so schnell verstrickt, dass ich im Eifer gar keine Fotos davon gemacht habe. Aber dafür gibt’s hier den Link zu meinem fertigen Ravelry-Projekt „Kuscheljacke„.

Ich hoffe, euch gefällt diese Jacke auch. Vielleicht habe ich euch sogar inspiriert und ihr habt Lust bekomme diese oder eine ähnliche Jacke zu stricken. Dann lasst es mich wissen. Ich freue mich auf eure Kommentare.

Eure Barbara