Nadelbinden im Maschenmuseum

Titelbild Nadelbinden

Ich freu mich total! Ich bin am Samstag, den 20. Oktober 2018 im Maschenmuseum in Albstadt-Tailfingen zur Stricklounge von 14:30 – 16:30 Uhr eingeladen, um dort das Nadelbinden vorzuführen. Wie ihr wisst, praktiziere ich ja gerne alte Textiltechniken und das Nadelbinden zeige ich besonders gern, da es heute leider kaum noch jemand kennt. Da muss man doch Abhilfe schaffen, oder?

Flyer des Maschenmuseums für den Treff zum Nadelbinden

Das Nadelbinden habe ich hier schon mal kurz erläutert. Hier sei nur kurz nochmal gesagt, dass es eine sehr alte textile Technik ist, bei der mit Nadel und Faden Schlaufen aneinandergereiht und so textile Flächen hergestellt werden. Nadelbinden war in den unterschiedlichsten Kulturen anzutreffen, heute kennen wir hauptsächlich Funde aus Skandinavien. Das Nadelbinden gilt heute als Vorgänger des Strickens bzw. Häkelns. Dabei ähnelt die Technik mehr dem Häkeln, das Erscheinungsbild aber mehr dem Gestrickten. Zu beiden Techniken bestehen allerdings entscheidende Unterschiede.

Ich werde einen kurzen Überblick über die Geschichte und die Techniken des Nadelbindens sowie eine Einführung in die verschiedenen Stiche geben. Und wer will kann das Ganze natürlich auch gleich an Ort und Stelle ausprobieren. Bringt einfach eine dicke Filzwolle mit – am besten ein Singlegarn mit einer Lauflänge von 100 m auf 100 g. Nadelbindenadeln bringe ich einige mit. Ihr könnt aber gerne einfach auch mit einer dicken Stopfnadel mit großem Öhr loslegen.

Leute, der Winter steht vor der Tür! Kalte Ohren, kalte Füße oder Hände will niemand. Mit dicken Mützen, Socken oder Handschuhe wie die alten Wikinger seid ihr für den strengsten Winter gewappnet? Außerdem ist es auch nicht mehr lange bis Weihnachten und nadelgebundene dicke Socken hat nicht jeder unterm Christbaum! Echte Unikate!

Nadelgebundene Socken und Mütze

Neugierig geworden? Dann kommt doch vorbei! Ich freue mich auf euch!

Hier könnt ihr den Flyer ausdrucken: Flyer_Nadelbinden

Kannst du Strickschrift?

Strickschrift
Strickschrift

Strickmuster sind in Deutschland gern als Strickschrift dargestellt. Ich mag Strickschriften sehr gerne und ziehe sie einer wörtlichen Beschreibung vor. Allerdings weiß ich, dass viele StrickerInnen die Ansammlung von Kästchen mit mysteriösen Symbolen sehr verwirrend und abschreckend finden. Dabei sind Strickschriften einfach zu lesen und auch für StrickanfängerInnen sehr gut geeignet. Aber wie geht man denn mit so einer Strickschrift um?

Leserichtung einer Strickschrift

Eine Strickschrift stellt ein Strickmuster sehr übersichtlich dar. Sie zeigt, wie sich das Muster Masche für Masche, Reihe für Reihe aufbaut.

Die Nummern an der oder den Seiten der Strickschrift (oder englisch „charts“) verraten euch, wie ihr stricken sollt: von unten nach oben. Steht die Nummer rechts, strickt ihr eine Hinreihe und steht die Nummer links, so strickt ihr eine Rückreihe.

Strickschrift mit Hin- und Rückreihen
Strickschrift mit Hin- und Rückreihen

Die Rückreihen werden oft gar nicht dargestellt. Meist heißt es in der Anleitung: alle Maschen der Rückreihe links stricken. Es wird dann nur jede 2. Reihe gezeigt und auf der rechten Seite der Strickschrift stehen nur die ungeraden Zahlen 1, 3, 5 usw.

Strickschrift ohne Rückreihe
Strickschrift ohne Rückreihe

Wird ein Strickstück in Runden gestrickt, so könnt ihr sie als Vorderseite eures Strickprojekts betrachten. Am rechten Rand stehen die Zahlen fortlaufend, da ihr im Kreis und faktisch nur Hinreihen strickt. Ihr lest die Strickschrift immer von rechts nach links.

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Was die Kästchen verraten

Jedes Kästchen entspricht einer Masche und jede Reihe von Kästchen entspricht einer gestrickten Reihe oder Runde. Zudem enthält jedes Kästchen Informationen über die zu strickende Masche. So kann ein Kästchen die Farbe oder Strickart einer Maschen angeben,  also wie im Beispiel meiner Nordlicht-Mütze ob die Masche türkis oder blau, rechts oder links gestrickt werden soll.

Leere oder gegraute Kästchen sind Platzhalter für Maschen, die in Reihen weiter oben erst noch zugenommen oder Reihen weiter unten bereits abgenommen wurden. Diese Kästchen überspringt ihr beim Stricken einfach. Die Strickschrift im folgenden Beispiel gehört zu meinem Dreieckstuch Criss-Cross mit durchgehender Mittelmasche, das in jeder zweiten Reihe um 4 Maschen breiter wird.

Gibt es in einer Strickschrift einen farbigen Rahmen, werden die Maschen innerhalb dieses Rahmens wiederholt. Dieser farbige Rahmen ist ein Rapport. Im folgenden Beispiel hat der Rapport 12 Maschen, die wiederholt werden sollen.

Tipps

Leider werden die Zeichen und Symbole in den Strickschriften nicht einheitlich verwendet. Sie sind in einer Zeichenerklärung separat neben der Strickschrift oder auf einer extra Seite in eurem Strickheft erläutert. Ihr könnt die Anleitung kopieren und vergrößern, so dass die oft sehr klein abgedruckten Strickschriften besser zu lesen ist. Außerdem könnt ihr dann reinschreiben und Stellen anmarkern. Ich markiere mir die Reihe, in der ich mich gerade befinde, mit einem Post-it. Allerdings brauch ich zur Orientierung die vorher gestrickte Reihe, daher klebe ich das Post-it von oben her an.

Strickschrift markiert mit Post-it

Ich hoffe, dass dir meine Einleitung zum Lesen von Strickschriften geholfen hat und wünsche Dir viel Spaß beim Stricken von Fair-Isle-Mustern, Lace-Mustern, Mosaik-Muster und, und, und … <3

Mit Projekttasche ins Glück

Projekttasche Caddy mit passender Kunstwerk-Wolle

Projekttaschen – kann man nie genug haben, oder? Und ich hatte bis vor kurzem noch gar keine :-o. Anfang Dezember wurde ich von einer netten Freundin darauf hingewiesen, dass Knit Pro Deutschland auf ravelry eine Projekttasche verlost. Zu gewinnen gab’s eine Crafting Caddy. Normalerweise gewinne ich ja nie was, so könnt ihr euch meine Verwunderung vorstellen, als mich am 21. Dezember folgende Meldung auf ravelry erreichte:

KnitProGermany Meldung

Was eine Freude! Nach Weihnachten kam die Tasche zu mir ins Haus geflattert, wurde schnell ausgepackt, kurz inspiziert und erst mal auf die Seite gestellt. Zu viel war los zwischen den Jahren und auch der Anfang von 2018 war einigermaßen turbulent, so dass ich erst jetzt dazugekommen bin, meinen Gewinn wirklich in Augenschein zu nehmen.

Eigentlich fehlt mir eine Tasche für meine diversen Projekte ja schon lange. Bei einer Adventskalender-Aktion auf ravelry hab ich vor Jahren einen sehr schönen, selbstgenähten Projektbeutel geschenkt bekommen. Aber eine Tasche für meine Handarbeiten hatte ich bisher keine.

Projektbeutel

Vor ein paar Monaten hat Elli vom youtube-Kanal „verstrickt und zugenäht“ eine schöne Näh-Anleitung für eine solche Tasche ins Netz gestellt. Angeschaut hab ich mir das Video und auch viel Lust bekommen, mich an meine Nähmaschine zu setzen. Stoff habe ich natürlich genügend da, aber irgendwie kam immer was dazwischen.

Aber das Schicksal meinte es gut mit mir und so hab ich nun eine Projekttasche, nämlich eine wunderschönen Crafting Caddy und sie ist auch schon fleißig in Gebrauch. Die Taschengröße ist wirklich super: nicht zu groß für kleine Projekte wie Socken, aber auch größere Projekte wie Pullis finden darin Platz. Die vielen Innentaschen sind besonders praktisch und auch die Farben sind toll. Sie lassen mich an so einem trüben Wintertag wie heute vom Frühling träumen. Vielen Dank an Knit Pro Germany!