Meine Perlen vom Hohenloher Wollfest 2019

Meine Perlen vom Hohenloher Wollfest

Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr zum Hohenloher Wollfest, das hat leider nicht geklappt. Daher hab ich das diesjährige Wollfest gleich in meinen Kalender eingetragen, aber fast hätte es wieder nicht geklappt. Als wir am Samstagabend nach Hause kamen, empfing uns unser Kater Feirefiz mit blutigem Gesicht und einem tiefen Kratzer quer übers Auge. So gingen wir am Sonntagmorgen erst mal zum Tierarzt mit der Hoffnung, dass es schlimmer aussieht, als es ist. Es stellte sich heraus, dass der Kratzer zwar recht tief ist, aber Feirefiz sein Auge behält. Na, Gott sei Dank. Da unser Kater nach wohl verlorenem Kampf und Schmerzen, einer Autofahrt und Spritze für den Rest des Tages ziemlich bedient sein und seine Ruhe würde haben wollen, war es das Beste, dass der Rest der Familie das Haus verlässt. Also auf ins Hohenlohische zum Wollfest.

In der Markthalle in Blaufelden angekommen, entscheide ich mich zuerst für den helleren der beiden Räume. Dass es sich hier um eine Sporthalle handelt, merkt man leider sofort. Schön ist zwar, dass es viel Sitzmöglichkeiten gibt, aber zum Verweilen lädt es mich zumindest nicht ein. Ich fühle mich eher an eine Mensa- oder Bierzeltbestuhlung erinnert, gehe aber trotzdem bis ans Ende der Halle, da dort die Firma Filzrausch ihren Stand hat. Vorbei an viel Handelsware wie KnitPro-Nadeln, Regia- und Austermann-Wolle finde ich schließlich an mein Ziel, aber irgendwie irritiert mich die Pommes-essende Nachbarschaft und so kann ich das Angebot nicht wirklich genießen.Raum 1 des Hohenloher Wollfests

Ich entschließe mich, den anderen Raum zu erkunden. Hier ist auf jeden Fall die Atmosphäre deutlich besser und ich schlendere durch die Gänge. Viele Handfärber, ein paar Spinner und Filzer – das war’s. Keine kleinen unabhängigen Garnproduzenten, keine Designer oder sonstig coole Accessoires. Ich bin enttäuscht. Dafür bin ich nun 70km gefahren.Raum 2 des Hohenloher Wollfests

Mein Mann hatte zuerst noch eine Runde mit unseren Hunden gedreht und kommt nun aber auch in die Halle. Das freut mich, muss ich doch nun nicht mehr so alleine und verloren umherstreifen. Wir entscheiden uns, zuerst das körperliche Wohlsein mit etwas Essen zu fördern. Danach schaut die Welt auch schon wieder etwas fröhlicher aus. Ich zeige ihm, was ich schon gesehen habe und von dem ich denke, dass sich ein zweiter Blick lohnt.

Unser erster Stopp ist Fiber Passion. Die Farbpalette der Garne scheint genau für mich gemacht. Aber wie immer kann ich mich nicht durchringen, handgefärbte Garne zu kaufen – wo ich doch selber so viele habe. Was ich aber ebenfalls an diesem Stand finde sind ChiaoGoo-Nadeln. Da sich bei meinem letzten Tuch ständig das Seil meiner Addy Lace-Nadeln verdrehte, wollte ich doch schon beim Edinburgh Yarn Festival nach ChiaoGoo-Nadeln Ausschau halten. Dort hat mich allerdings das Angebot so überwältigt, dass ich die Nadeln leider völlig vergessen habe. Hier jetzt also meine Chance, die ich nicht verpasse😉.

Stand Fiber Passion

Unser nächster Halt ist der Stand von buttjebbyy, der mir schon allein durchs Logo ins Auge gestochen ist. Auch die natürlichen Farben der Garne sind echte Augenschmeichler. Aber, hab ich schon erwähnt, dass ich mich schwertue mit dem Kaufen von handgefärbten Garnen? Schöne handgefärbte Garne von Buttjebyy

Bodolina ist mit ihren tollen Stricknadel-Taschen auch in Hohenlohe – wir haben uns aber vor vier Wochen schon in Edinburgh gesehen. Die Strickwelt ist halt doch recht klein. Die Mädels vom Wollwerkraum geben uns geduldig Auskunft über ihre mitgebrachten Spinolution-Spinnräder, wollen uns aber partout keins „überlassen“😉. Ich versuch’s nächstes Jahr nochmal.

Der nächste Hingucker ist ein schönes Tuch mit Fair-Isle-Muster bei Rübezahl Spinnereien – ein Stand ebenfalls mit natürlich gefärbter Wolle.Schönes Fair-Isle-Tuch von Rübezahl Spinnerei

Toll geflochtener Kammzug von Yundi & GreteSchon beim ersten Durchgang fiel mir ein tollgeflochtener, handgefärbter Kammzug beim Stand von Yundi & Grete ins Auge und so bleiben Joachim und ich dort wieder stehen und bewundern sowohl die Flechtkunst als auch die Farbenpracht. Hier kann ich nun doch nicht widerstehen und erwerbe eines dieser Geflechte. Ob ich es jemals wage, dies auseinander zu nehmen?

Ein paar Meter weiter sticht aus der Menge von handgefärbter Wolle ein Stand mit Keramik hervor – Werkstatt für Gartenkeramik. Natürlich gibt’s hier die obligatorischen Garnschalen, aber auch Nettes anderes. So zum Beispiel auch „stumme“ Schafe. Joachim hatte sich morgens noch über unsere Svea (unser Coburger Fuchsschaf) geärgert, der anscheinend an diesem Tage das Gras leider nicht grün genug war😉… Über die Erklärung des „stummen“ Schafes kommen wir mit der Standeigentümerin Sabine Pesl ins Gespräch. Sie ist eigentlich Stahlgraveurin, arbeitet heute mit Ton und strickt sehr gerne. Was’ne Mischung: Von stahlhart bis wollweich. Ein sehr nettes Gespräch mit der Hoffnung auf eine Wiederholung nächstes Jahr am 18. und 19. April.Garnschalen von Werkstatt für Gartenkeramik

Nadelbinden im Maschenmuseum

Titelbild Nadelbinden

Ich freu mich total! Ich bin am Samstag, den 20. Oktober 2018 im Maschenmuseum in Albstadt-Tailfingen zur Stricklounge von 14:30 – 16:30 Uhr eingeladen, um dort das Nadelbinden vorzuführen. Wie ihr wisst, praktiziere ich ja gerne alte Textiltechniken und das Nadelbinden zeige ich besonders gern, da es heute leider kaum noch jemand kennt. Da muss man doch Abhilfe schaffen, oder?

Flyer des Maschenmuseums für den Treff zum Nadelbinden

Das Nadelbinden habe ich hier schon mal kurz erläutert. Hier sei nur kurz nochmal gesagt, dass es eine sehr alte textile Technik ist, bei der mit Nadel und Faden Schlaufen aneinandergereiht und so textile Flächen hergestellt werden. Nadelbinden war in den unterschiedlichsten Kulturen anzutreffen, heute kennen wir hauptsächlich Funde aus Skandinavien. Das Nadelbinden gilt heute als Vorgänger des Strickens bzw. Häkelns. Dabei ähnelt die Technik mehr dem Häkeln, das Erscheinungsbild aber mehr dem Gestrickten. Zu beiden Techniken bestehen allerdings entscheidende Unterschiede.

Ich werde einen kurzen Überblick über die Geschichte und die Techniken des Nadelbindens sowie eine Einführung in die verschiedenen Stiche geben. Und wer will kann das Ganze natürlich auch gleich an Ort und Stelle ausprobieren. Bringt einfach eine dicke Filzwolle mit – am besten ein Singlegarn mit einer Lauflänge von 100 m auf 100 g. Nadelbindenadeln bringe ich einige mit. Ihr könnt aber gerne einfach auch mit einer dicken Stopfnadel mit großem Öhr loslegen.

Leute, der Winter steht vor der Tür! Kalte Ohren, kalte Füße oder Hände will niemand. Mit dicken Mützen, Socken oder Handschuhe wie die alten Wikinger seid ihr für den strengsten Winter gewappnet? Außerdem ist es auch nicht mehr lange bis Weihnachten und nadelgebundene dicke Socken hat nicht jeder unterm Christbaum! Echte Unikate!

Nadelgebundene Socken und Mütze

Neugierig geworden? Dann kommt doch vorbei! Ich freue mich auf euch!

Hier könnt ihr den Flyer ausdrucken: Flyer_Nadelbinden